Kant



Kant ist eine charaktervolle humanistische Serifenschrift, die als Ergänzung zur Polo entworfen wurde. Kompakte Buchstaben, markante Serifen und ein moderater Strichkontrast machen sie besonders für kleine Schriftgrade und anspruchsvolle Lesebedingungen überaus geeignet. Kant ist auf Klarheit ausgelegt: Nichts wirkt übertrieben, aber auch nichts beliebig. Sie ist eine sehr verlässliche und funktionale Schrift mit einem selbstbewussten und freundlichen Ausdruck.



Einzelschnitt ab
Paket Kant (10 Fonts) ab

Kant ist eine selbstbewusste und charaktervolle Serifenschrift mit markanten Buchstabenformen, ausgewogenen Proportionen und klar unterscheidbaren, offenen Zeichen. Der Kontrast zwischen kräftigen und feinen Strichen ist moderat, die Serifen sind ausgeprägt und leicht eingekerbt. Gemeinsam verleihen diese Merkmale der Schrift ein solides Schriftbild und machen sie besonders in kleinen Größen und unter schwierigen Lesebedingungen äußerst zuverlässig.

Kant ist funktional, ohne langweilig zu wirken. Dezente kalligrafische Anklänge finden sich an vielen Stellen, etwa in den Endungen von K, R und y sowie in den Ziffern, deren leichte Ober- und Unterlängen an die Bewegung der Handschrift erinnern. Die Versalien sind etwas kräftiger als die Kleinbuchstaben. Das betont die Wortanfänge und gliedert den Rhythmus der Zeile.

Klarheit ist das oberste Prinzip. Dichte oder komplexe Buchstabenformen wurden geöffnet, damit sie in kleinen Schriftgraden nicht zulaufen. Auf überflüssige Serifen wurde ganz verzichtet. Keine Form ist aufwendiger als nötig. Jedes Detail dient der Unterscheidbarkeit, dem Rhythmus oder der Lesbarkeit. Zugleich wirkt Kant warm und menschlich: offen, freundlich und verlässlich. Sie verbindet die Alltagstauglichkeit einer vielseitigen Textschrift mit der Individualität und Präsenz eines unverwechselbaren Entwurfs.

Die kursiven Schriftschnitte sind keine schräg gestellten Varianten der Aufrechten, sondern ein eigenständiger Entwurf. Sie teilen die Strichstärke und Klarheit der aufrechten Schnitte, folgen dabei aber der Bewegung der schreibenden Hand. Mehrere Versalien, darunter A, E, J, K, L, R und Z, tragen kalligrafische Züge, die der Kursiven einen lebhafteren Ausdruck verleihen. Das f reicht wie in der Handschrift unter die Grundlinie. Bei h, m und n sitzen die Halbserifen ausschließlich auf der rechten Seite und führen den Blick in Leserichtung. Für einen flüssigeren, handschriftlicheren Eindruck steht ein alternatives einstöckiges g zur Verfügung. So entsteht eine Kursive, die Hervorhebungen im Fließtext klar erkennbar macht und auch in längeren Passagen eigenständig besteht.

Georg Salden entwarf Kant ursprünglich als Serifenergänzung zu seiner Polo, einer der einflussreichsten humanistischen Groteskschriften. Beide Schriften beruhen auf derselben Grundstruktur und teilen wesentliche Proportionen sowie charakteristische Buchstabenformen. Ihre Verwandtschaft ist deshalb unmittelbar erkennbar.

Die Serifenschrift folgt dieser Struktur jedoch nicht sklavisch. Proportionen, Strichführung, Strichkontrast und Übergänge wurden überall dort angepasst, wo es die Formlogik einer Serifenschrift erforderte. Die Serifen wurden der Grotesk nicht nachträglich hinzugefügt, sondern sind Teil eines eigenständigen Formensystems, das aus ihr entwickelt wurde. Das Ergebnis ist eine Schriftfamilie, deren Mitglieder klar zusammengehören und zugleich unterschiedliche typografische Aufgaben übernehmen. Grotesk und Serifenschrift sprechen dieselbe Formensprache, setzen aber unterschiedliche Akzente in Rhythmus, Schriftbild und Ausdruck.

Die Kant Expert Fonts enthalten mehrere Ziffernsätze. Die Standardziffern sind untereinander gleich hoch, bleiben jedoch etwas unter der Versalhöhe. Dadurch fügen sie sich harmonisch in den Fließtext ein. Zugleich weisen sie leichte Ober- und Unterlängen auf (oben Mitte). Die Expert Fonts enthalten außerdem echte Versalziffern auf Versalhöhe sowie Mediävalziffern mit ausgeprägten Ober- und Unterlängen (rechts). Sowohl die Versal- als auch die Mediävalziffern stehen zusätzlich als Tabellenziffern mit einheitlicher Zeichenbreite zur Verfügung und lassen sich über OpenType-Funktionen auswählen.

Die aufrechten Schnitte der Kant Expert Fonts enthalten außerdem echte Kapitälchen, also eigens gezeichnete Großbuchstaben auf Höhe der Kleinbuchstaben, sowie dazu passende Ziffern.

Alle Expert-Schnitte enthalten ein alternatives einstöckiges g, das sich über ein Stilset auswählen lässt. In den kursiven Schnitten wird standardmäßig das einstöckige a verwendet. Ein alternatives zweistöckiges a ist ebenfalls über die OpenType-Funktionen verfügbar.

Kant Expert unterstützt neben einem erweiterten lateinischen Zeichensatz auch Kyrillisch und Griechisch.

Besondere Erwähnung verdienen die kyrillischen Kursiven. Sie folgen nicht einfach den lateinischen Kursiven, sondern besitzen durchgehend einen ausgeprägt kalligrafischen Charakter, von den Kleinbuchstaben bis zu den Versalien. Verwurzelt in der Tradition der kyrillischen Handschrift, gehen sie weiter als die meisten kyrillischen Kursiven und verleihen der Schrift einen ganz eigenen Ausdruck..

Griechische Buchstabenformen sind in der Handschrift verwurzelt. Diese Tradition prägte die griechischen Druckschriften von Anfang an. Anders als in der lateinischen Typografie gab es im Griechischen nie eine strikte Trennung zwischen aufrechten und kursiven Formen. In vielen modernen griechischen Schriften orientieren sich die aufrechten Schnitte stärker an den lateinischen Formen, während die Kursiven der Handschrift näher bleiben. Kant folgt diesem Ansatz: Die aufrechten griechischen Formen stehen ruhig neben den lateinischen, während die Kursive einen eigenen, fließenden und kalligrafischen Ausdruck entwickelt.